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LIVE Anamnesen
In dieser fortlaufenden Veranstaltung wird jeder Teilnehmer die neue Anamnese nach Sankaran in der Live-Praxis mit Erst- und Folgekonsultationen erlernen. An 8 Samstagen im Jahr wird jeder Schritt im Ablauf erläutert. Vorbereitung des Patienten, Aufnahme der Symtpome, Fragetechnik, Beachtung der Handgesten und Körpersprache, Ermittlung des Naturreiches, Arzneifamilie und schließlich des exakten Mittels. Dabei werden auch alle klassischen Werkzeuge wie Materia Medica und Repertorium hinzugezogen. In einer Nachbesprechung wird die komplette Differenzialdiagnose für den Fall vermittelt.
Im Zentrum steht die Frage, wie der Patient zur Wahrnehmung seiner tieferen Erlebensschichten geführt werden kann. Je mehr das gelingt, um so sicherer ist die Mittelfindung. (siehe dazu ein erläuterndes Video)
Dieses "Ambulatorium" ist geeignet für alle Homöopathen, die eine Grundausbildung in Homöopathie besitzen. Die Grundbegriffe der Systematischen Homöopathie nach Sankaran werden vorausgesetzt. Es ist hilfreich, ein Grundlagenwerk wie "Die Emfindung in der Homöpathie" von Sankaran gelesen zu haben (vor Ort erhältlich). Es ist auch möglich Einführungen in die Methode zusätzlich zu belegen (Samstag 11.2.2012 15-19 Uhr) und Blockkurs Osterferien/Herbstferien (bitte nachfragen). Die Live-Anamnesen sind eine gute Ergänzung zum 3-Jahres-Kurs.
Systematische Homöopathie

Damit meinen wir moderne Richtungen und Schulen in der Homöopathie. Sie zeichnen sich durch eine Systematisierung der Materia Medica aus. Zu den Vertretern dieser Richtungen zählen wir: Rajan Sankaran, Jan Scholten, Massimo Mangialavori, K.-J. Müller.
Durch die Verbindung von altem und neuem Wissen werden neue Möglichkeiten der Mittelfindung eröffnet.
Aus den neuen Sichtweisen ergeben sich neue Ordnungen: Der Blick auf den Menschen mit seiner ureigenen Natur offenbart, wie innig das menschliche Erleben aus tiefen naturhaften Quellen schöpft.
Sankaran beschreibt das anschaulich mit dem Begriff "Das andere Lied", welches in jedem Menschen zum Ausdruck kommt.
Die neuen Sichtweisen beinhalten Erkenntnisse zu Motiven und Grundmustern ganzer Gruppen von Arzneien - den sogenannten Arzneifamilien. Das hilfreiche Mittel lässt sich dadurch schrittweise eingrenzen und mit größerer Sicherheit verschreiben. Zusammen mit den quellennahen Symptomen wird eine maximale Individualisierung der Verschreibung möglich.
Das Menschenbild der Akademie für Systematische Homöopathie gründet auf zwei gleichberechtigten Bereichen:
1) Jeder Mensch ist zu einer archaischen, urtümlichen, unmittelbaren Erlebensweise fähig. Dieses Erleben ist naturhaft und hat stark irrationalen Charakter. Es stellt die Quelle für die homöopathisch wertvollen, also auffallenden und sonderlichen Symptome und Wahrnehmungen dar. In der Arzneimittelprüfung erlebt man die unmittelbare dynamische Verzerrung des eigenen Erlebens durch den Prüfstoff. Diese Symptome haben einen direkten, unreflektierten, sehr subjektiven und fast intuitiv geschauten Charakter. Sie entstammen einem nicht kognitiven Zugang zur Arzneikraft.
2) Im Gegensatz dazu ist die vergleichende Untersuchung dieser Symptome ein streng rationales Vorgehen mit System. Es resultiert in der Formulierung eines Grundmotives - anders gesagt - eines roten Fadens, welcher der scheinbar unzusammenhängenden Symptomatik zugrund liegt. Diese Wahrnehmung ist sehr analytisch und erfordert die Kenntnis und Anwendung von Gesetzmäßigkeiten.
Der homöopathische "Heilkünstler" muss beide Erlebensbereiche kennen und sich darin zurecht finden. Intuition und unmittelbares Erleben und Wahrnehmen sind ohne den prüfenden und kritischen Verstand wenig hilfreich und manchmal irreführend, gelegentlich sogar gefährlich. Beide "Denkarten" (rechte bzw. linke Gehirnhälfte bzw. Kopf- und Bauchgefühl) sind gleich wichtig und müssen in der Tätigkeit eines Homöopathen ausgebildet werden. In der Akademie werden beide Bereiche gleichwertig geschult.
Die Empfindungs-Methode n. Rajan Sankaran

In der Tradition von Bönninghausen und Boger stehend entwickelte Rajan Sankaran, aus Mumbai/Indien (*1960) in den 80er und 90er Jahren ein erweitertes Verständnis des Wesens der Krankheit („basic delusion“) und der Arzneimittel („situative materia medica“). Außerdem versuchte er unter Zuhilfenahme der natürlichen Verwandtschaft und der Miasmenlehre, Arzneimittel nach gemeinsamen Merkmalen zu gruppieren. Daneben zeigte er auf, wie man die psychologischen Gesetze der Polarität und Projektion in der Anamnese nutzen kann.
Mit der Entdeckung gemeinsamer Motive innerhalb von Pflanzenfamilien gab es ab 2001 einen „Quantensprung“ mit der Folge einer Kaskade weiterer Erkenntnisse. Die Aufdeckung einer tiefen und globalen Vital-Empfindung beim Patienten, welche in den körperlichen und psychischen Symptomen sowie der Körpersprache nachweisbar sind, ermöglicht ein bisher in der Homöopathie nicht dagewesenes Verständnis der Krankheit. Damit abgeglichene Arzneiverschreibungen, welche u. a. mit Hilfe der Eingrenzung auf natürlich verwandte Arzneifamilien geschieht, ließen die Erfolgsrate und Tiefenwirksamkeit erheblich steigern.

Anamnestisch werden von der Hauptbeschwerde ausgehend verschiedene in ihrer globalen Qualität ansteigende Erlebensebenen (levels of experience) unterschieden.
• Organ orientierte Faktenebene,
• emotionales individuelles Erleben,
• situativ-menschliches und bildhaftes Erleben,
naturhaftes unmittelbares Empfinden etc.
Die tiefen zentralen Empfindungen demonstrieren ihre Wertigkeit durch ihre urtümliche, naturhafte Qualität (z. B. Verletzung, Kompression, Expansion, Fluss, Stau, Brechen, Verlust, Fülle, Leere etc.). Diese werden meist von Gestik und Körpersprache unterstrichen und geben
als roter Faden des Falles entscheidende Orientierung.
Die neuen Konzepte Sankarans stehen auf dem Boden der homöopathischen Klassik Hahnemanns, welche erweitert und vertieft wird. Die inzwischen komplexe Methode ist rational und genau definiert. Sie bewährt sich weltweit und ist insbesondere durch Einsatz von Video gut erlernbar.
